Trydan von V2C im Praxistest: Sonnenstrom ins Auto, mit und ohne EVCC ⚡

 

Dieses Video wird über Youtube eingebunden.

Seit über zwei Monaten hängt die Trydan von V2C bei mir am Carport und lädt jeden Tag. Dass dieser Test so lange gedauert hat, hat einen guten Grund: Ich wollte, dass die Wallbox am Ende genau so mit meinem Energiemanagement zusammenspielt, wie ich mir das vorstelle.

🏷️ 10 Prozent Rabatt: Mit dem Code SIMON spart ihr bei der Trydan direkt im V2C-Shop 10 Prozent (https://v2charge.com/store/product/trydan/). Dafür bekomme ich eine kleine Provision, ihr zahlt nichts mehr.

Im Unboxing habe ich euch die Trydan schon ausführlich vorgestellt, mit allen Specs (https://youtu.be/g72L7luqm70). Jetzt geht es um die Praxis: Wie montiert man sie sauber, wie lädt sie ganz alleine Sonnenstrom ins Auto und wie läuft sie mit EVCC. Zwischen den ersten Aufnahmen und diesem Beitrag lagen ein, zwei Monate, in denen ich viel mit dem Support und den Entwicklern von V2C in Spanien geschrieben habe. Das Ergebnis ist ein fertiges EVCC-Plugin mit funktionierender Phasenumschaltung, dazu gleich mehr.

Montage: gut durchdacht, mit zwei Schwachstellen

Positiv vorweg: Es liegt eine Bohrschablone bei, und im Gehäuse ist richtig viel Platz. Den braucht es in manchen Varianten für einen eingebauten FI, bei mir sitzt der ohnehin in der Unterverteilung. Die Zuleitung lässt sich innen sauber einklipsen. Mein Tipp für die Schablone: mit Malerkrepp an die Wand kleben, dann lässt sie sich noch verschieben, bis sie im Wasser ist, und die Wand bleibt heil.

Weniger schön ist die Kabeleinführung. Das Loch dafür muss man selbst bohren, rechts am Gehäuse ist eine Markierung. V2C legt dafür nur ein Plastikröhrchen bei, das nicht wirklich abdichtet. Ich habe mir eine ordentliche Kabelverschraubung aus dem Baumarkt geholt und das Loch mit einem Schälbohrer passend aufgebohrt. Vorher das Flachbandkabel innen abziehen, dann kommt man nicht in die Quere. Für die Ladeleitung ist so eine Verschraubung übrigens schon ab Werk verbaut, deshalb finde ich es nur konsequent, das bei der Zuleitung genauso zu machen.

Bei der Wandmontage habe ich zwei Dinge anders gemacht als vorgesehen. Unser Mauerwerk ist Poroton, deshalb habe ich passende Dübel statt der mitgelieferten genommen. Und weil V2C eine glatte, ebene Wand verlangt, ich aber Rauputz habe, kamen etwas längere Edelstahlschrauben rein. Danach noch die Verschlusskappen oben und unten einsetzen und innen den Berührungsschutz verschrauben, fertig.

Ein Detail hat mich dann doch geärgert: Die Box ließ sich nicht abschließen, weil die Riegelnase am Schloss falsch stand. Schraube auf, etwas nach unten gesetzt, dann ging es. Kein großes Ding, das hätte aber ab Werk passen müssen.

Überschussladen ohne Zusatzhardware

Die Trydan kann PV-Überschuss ganz alleine ins Auto laden, ohne Raspberry Pi und ohne zusätzliche Software. Dafür gibt es zwei Wege, und der naheliegende funktioniert in Deutschland nicht. Das mitgelieferte Energy Metering von V2C hat nur drei Klemmen. Damit misst die Wallbox die Last im Haus, damit die Hausanschlusssicherung nicht überlastet wird. Die PV-Leistung sieht sie damit nicht, fürs Überschussladen bräuchte man sechs Klemmen.

Der bessere Weg für fast alle mit PV-Anlage: die Wallbox direkt mit dem Wechselrichter oder einem Energy Meter verbinden. Bei mir ist das ein Kostal Plenticore. In der App wählt man Hersteller und Gerät aus, trägt die IP-Adresse ein, und fertig. Passwörter braucht es keine, nur Modbus TCP muss am Wechselrichter aktiv sein. Ein Tipp dazu: Beim Plenticore habe ich den Wechselrichter ausgewählt und nicht das Kostal Smart Energy Meter, weil das Smart Meter der Wallbox nicht sagt, wie viel vom Dach kommt. Wer einen Shelly Energy Meter hat, findet den ebenfalls in der Liste.

Danach regelt die Wallbox nach dem, was gerade ins Netz geht. Im Test hatte ich 3,2 kW auf dem Dach, 1,8 kW gingen ins Auto und rund 220 Watt noch ins Netz. Die Differenz war der Rest vom Haus, unter anderem mein DJI-Speicher, der nebenbei geladen hat.

Gesteuert wird alles über Ladeprofile. Im Standardprofil habe ich „PV exklusiv“ gewählt, dann geht der komplette Überschuss ins Auto. Für schnelles Laden aus dem Netz habe ich mir zusätzlich ein einphasiges und ein dreiphasiges Profil angelegt. Der Zeitplan unterscheidet allerdings nur zwischen Werktag und Wochenende, einzelne Tage lassen sich nicht auswählen.

Wo die Wallbox alleine an Grenzen kommt

Zwei Dinge haben im Standalone-Betrieb bei mir nicht so funktioniert wie erhofft. Die Option, das Laden der Hausbatterie zu priorisieren, hat mit meinem Kostal nicht gegriffen. Die Wallbox kann den Batteriestand nicht auslesen, deshalb wurde erst der Hausspeicher voll gemacht und dann das Auto geladen. Und die automatische Umschaltung zwischen ein- und dreiphasig konnte ich hier nicht auslösen. Das liegt aber auch an meiner Anlage: Mit 5,2 kWp komme ich kaum in den Bereich, in dem das nötig wird.

Bei der Einstellung „Leistungsabweichung“ habe ich den Sinn ehrlich gesagt nicht verstanden. Damit würde dauerhaft ein fester Betrag ins Netz gehen, deshalb steht sie bei mir auf null.

Für mich heißt das: Wer einfach nur Sonnenstrom ins Auto bringen will und keine Lust hat, einen Raspberry Pi zu pflegen, bekommt hier eine wirklich unkomplizierte Lösung. Wer dagegen Hausspeicher und Auto fein aufeinander abstimmen will, also etwa den Speicher erst bis 80 Prozent lädt oder nachts nur bis 70 Prozent entlädt, ist mit EVCC besser dran.

Mit EVCC: so nutze ich sie im Alltag

Und genau so läuft die Trydan bei mir. Die Einbindung in EVCC ist das Einfachste am ganzen Test: IP-Adresse eintragen, auf „Prüfen“ klicken, die Wallbox wird im WLAN gefunden. Mit der aktuellen Firmware von V2C und dem neuen EVCC-Plugin funktioniert jetzt auch die automatische Umschaltung zwischen ein- und dreiphasig.

Warum das wichtig ist: Bei wenig Sonne lädt man im Bereich von 2 bis 3 kW, und das geht nur einphasig sinnvoll. Kommt plötzlich viel Sonne und man hat 6 kW Überschuss, schafft man das einphasig nicht mehr, dann muss die Wallbox auf drei Phasen wechseln. Mir bringt das bei meiner kleinen PV-Anlage vor allem beim Schnellladen aus dem Netz etwas. Vorher musste ich dafür jedes Mal in den Keller, die Wallbox ausschalten und in der Unterverteilung zwei Phasen zu- oder abschalten. Jetzt ist das ein Klick in der App.

Nachts nutze ich das zusammen mit meinem Octopus-Tarif, bei dem ich zwischen 0 und 5 Uhr 15,9 Cent pro Kilowattstunde zahle. In EVCC ist als Preisgrenze „unter 20 Cent“ hinterlegt, abends stelle ich den Ladepunkt auf dreiphasig, und das Auto lädt in der Nacht automatisch schnell. Wichtig dabei: In EVCC den Haken setzen, dass die Hausbatterie im Schnellmodus und bei geplantem Laden nicht entladen wird. Sonst wandert der tagsüber gespeicherte Sonnenstrom ins Auto statt ins Haus.

Mein Fazit

Die Trydan läuft bei mir seit über zwei Monaten jeden Tag, und ich bin wirklich zufrieden. Das Gerät wirkt wertig, die Tesla-Taste am Stecker funktioniert, das Kabel fühlt sich gut an. Preislich liegt sie auf dem Niveau anderer smarter Wallboxen.

Was mich besonders überzeugt hat, ist die Weiterentwicklung. Im Changelog sieht man regelmäßig, dass daran gearbeitet wird, und auf meine Fragen kam immer schnell eine Antwort. Ich habe die Wallbox zum Testen bekommen und bin vielleicht bevorzugt behandelt worden, das will ich nicht verschweigen. Die Logs zeigen aber, dass hier grundsätzlich am Produkt gearbeitet wird.

Kritik gibt es bei den Montagedetails, also der Kabeleinführung und dem Schloss, und bei der fehlenden Batterieauslesung ohne EVCC. Für mich ist die Trydan aktuell trotzdem eine klare Kaufempfehlung, egal ob ihr sie alleine betreibt oder wie ich mit EVCC.

Transparenz: Die Trydan wurde mir von V2C als Testmuster kostenlos zur Verfügung gestellt, dieser Beitrag enthält deshalb Werbung. Es gab keine inhaltlichen Vorgaben, meine Einschätzung bleibt meine eigene. Mit dem Code SIMON bekommt ihr 10 Prozent Rabatt direkt bei V2C (https://v2charge.com/store/product/trydan/), dafür erhalte ich eine Provision, ihr zahlt nichts mehr. Die Software EVCC findet ihr hier (https://evcc.io).

Bis zum nächsten Beitrag 🙋‍♂️

Euer Simon